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Sandwichkind und Business_Danyalacarte

10k Umsatz und trotzdem unsichtbar: Wie mein inneres Sandwichkind mein Business sabotierte

2. September 2026

Sichtbarkeit im Business – Wenn die Angst Erfolg sabotiert

Dieses Muster, als Sandwichkind perfekt zu funktionieren und gleichzeitig unsichtbar zu bleiben, hat nicht an den Grenzen meiner Kindheit haltgemacht. Es ist mit mir erwachsen geworden. Und es ist mit mir ins Business eingezogen.

Als ich mich 2022 voll selbstständig machte, schien alles perfekt. Mein Impressumsservice lief an, die Einnahmen waren konstant. Anderthalb Jahre später knackte ich die 10.000 Euro Umsatzmarke im Monat. Von außen sah alles spielerisch leicht aus. Was man sah, war, wie ich Pakete und Briefe zur Post brachte. Was niemand sah: das permanente Management im Hintergrund, den E-Mail-Support und die Tatsache, dass ich nie wirklich Urlaub hatte. Weil ich aus Datenschutzgründen keine Vertretung einstellen wollte, arbeitete ich allein von zu Hause aus. Ich schaffte den Absprung zum „richtigen“ Unternehmen mit Büro und Angestellten nicht.

Heute weiß ich: Es war kein logistisches Problem. Es war mein altes Muster. Ich buchte nie Werbung. Ich hatte Angst, zu viel Aufsehen zu erregen, weil es immer hieß, der Service bewege sich in einer rechtlichen Grauzone. Also versuchte ich, möglichst unsichtbar zu bleiben – schließlich konnte ich das ja am besten.

Doch der Erfolg ließ sich nicht verstecken. Durch organische SEO, Blogbeiträge und Marketing stand ich bei Google ganz oben , immer auf den ersten drei Plätzen. Und dann passierte genau das, wovor mein Verstand die ganze Zeit Angst hatte: Ein Konkurrent verklagte mich wegen Wettbewerbsrecht. Während zwei Punkte haltlos waren, wurde mir der dritte zum Verhängnis: Ich betrieb das Geschäft aus meinen privaten Wohnräumen. Ich musste den Service nach einer einjährigen Schlammschlacht an den Nagel hängen.

In diesem Moment schrie mein Verstand: „Siehst du! Ich habe es dir gesagt! Sichtbarkeit ist gefährlich!“ Mein tief sitzender Glaubenssatz hatte sich seine eigene Bestätigung erschaffen.

Seit zwei Jahren versuche ich nun, mir etwas Neues aufzubauen. Und ich lerne mühsam, dass Sichtbarkeit ein sicherer Zustand sein darf. Aber die alten Schleifen sind zäh. Ich wurde für ein exklusives, zehnmonatiges Mentoring-Programm ausgewählt, weil jemand da draußen ein riesiges Potenzial in mir gesehen hat. Aber solange ich nicht klar sage, wohin ich will, kann mir niemand helfen.

Es ist genau wie mit der Geburtstagsparty, auf die ich insgeheim warte: Niemand wird kommen, mich an die Hand nehmen und mich auf die Bühne stellen. Woher sollen die anderen wissen, dass ich bereit bin, wenn ich es nicht zeige?

Stattdessen ertappe ich mich im Mentoring wieder in der Sandwichkind-Rolle. Ich lasse den anderen den Vortritt. Ich denke mir: „Ich stand schon auf Bühnen, ich habe schon Lesungen gehalten – die anderen sind jetzt wichtiger.“ Ich stecke zurück. Und das bittere Ende der Schleife? Ich ziehe mich zurück und mein Verstand flüstert wieder: „Siehst du, es interessiert sich eh keiner für dich.“ Ein Teufelskreis aus Traurigkeit und Ärger.

Mein eigentlicher, wahrer Herzenswunsch ist es, vom Schreiben zu leben. Ich möchte noch viel mehr Bücher schreiben – entspannt zwei, drei oder mehr Werke pro Jahr veröffentlichen. Das soll mein Hauptberuf sein. Aber weil dieses Ziel so groß und fern wirkt, flüchte ich mich in andere Projekte, die schnell Geld bringen, mir aber genau die Zeit rauben, die ich zum Schreiben bräuchte.

Diesmal will ich diesen Kreislauf durchbrechen. Die Idee wie  habe ich schon lang im Kopf und auch schon angefangen das Ganze umzusetzen. Und diesmal gehe ich sie anders an: in winzigen Schritten. Ich überfordere mein Nervensystem nicht mehr. Ich gestehe mir die Angst ein, dass es wieder schiefgehen könnte und mein Verstand wieder recht behalten will. Aber ich bleibe nicht mehr stehen.

Ich werde mir selbst beweisen, dass es funktioniert. Es haben schon genug andere vorgemacht. Und jetzt bin ich an der Reihe. Es ist Zeit, das Sandwichkind an die Hand zu nehmen und ihm zu zeigen, das es gesehen wird. Und zwar von mir.

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