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All the Things I Lost, mein erster Buchmessenstand und warum sich gerade alles verändert

11. Mai 2026

Ich erzähle ich dir von meinem ersten Stand auf einer Buchmesse und wie mein erster Workshop mit 60 Frauen beim Beautiful Business war – dem Mentoringprogramm, bei dem ich ausgewählt wurde.

Viel Spaß beim Lesen.


Hallo erstmal du wundervoller Mensch

Und erstmal danke.

Danke, dass du meine Zeilen immer noch liest. Dass ich dich mitnehmen darf auf meine Reise.

Ich habe das Gefühl, dass sich gerade unglaublich viel verändert. Allgemein glaube ich tatsächlich, dass 2026 für Veränderung, Stärke und Wachstum steht. Vielleicht geht es dir ja ähnlich.

Ich bin in den letzten Monaten in so vielen Dingen über mich hinausgewachsen, habe meine Komfortzone erweitert und teilweise auch komplett verlassen. Und auch wenn man äußerlich vielleicht noch nicht viel sehen kann – kein neuer Haarschnitt, kein neuer Stil – passiert gerade unfassbar viel in meinem Inneren.

Dinge, für die ich teilweise selbst noch keine Worte habe.

Es heißt ja immer, dass man das Leben vorwärts lebt und rückwärts versteht. Genau so fühlt es sich gerade an. So viele Dinge ergeben plötzlich Sinn.

Auch die Zeit gerade.

Denn seit dem 25.04. ist mein Mann für drei Wochen in Amerika. Eine Weiterbildung der Arbeit. Als ich ihn darin bestärkt habe zu fliegen, hätte ich selbst nicht gedacht, was das für mich bedeuten würde.

Auf einmal stand ich alleine da.

Mit unserer siebenjährigen Tochter.
Einem sechs Monate alten Akita-Rüden.
Zwei Kaninchen.
Dem Alltag.
Und dem Versuch, mir ein neues Business aufzubauen.

Und mitten in diesem Chaos lag plötzlich mein erster eigener Stand auf einer Buchmesse.


Die 2. Dream Buchmesse in Dresden

Mein erster eigener Stand.

Und ich glaube wirklich, dass ich noch lange an diesen Tag denken werde.

Nicht nur, weil der Hund ausgebrochen ist und sich Zuhause an der Schokolade bedient hat, während ich Nachts heulend mit Mario telefonierte und überlegte, doch noch in die Tierklinik zu fahren. Sondern weil am Ende alles gut ausging.

Und weil dieser Tag definitiv in mein „Was für eine geile Erfahrung“-Glas kommt.

Wir durften unseren Stand bereits Freitagabend aufbauen. Schön wäre es gewesen, alles schon Tage vorher vorzubereiten. Aber wie so oft war da wieder diese Prokrastination, die mich bis zum Schluss davon abhielt.

Also backte ich Freitagnachmittag mit meiner Kleinen Inges Weihnachtsplätzchen, packte fast panisch alles zusammen – und vergaß natürlich trotzdem einiges.

Die Maus kam mit, als ich gemeinsam mit meiner Freundin Ela den Stand aufbaute. Tisch und Stühle wurden gestellt. Die Tischhusse, die ich übrigens für fünf Euro von einer unglaublich netten Frau hier aus der Gegend bekommen hatte, passte nicht ganz. Aber Ela rettete das Ganze sofort.

Als wir fertig waren und uns die anderen Stände anschauten, stellte ich fest: Da darf noch mehr Deko hin.

Und Ela meinte nur:
„Du solltest definitiv noch mehr Bücher mitbringen.“

Mein innerer Kritiker schrie sofort:
„Die verkaufst du doch niemals.“

Aber diesmal habe ich ihn beruhigt.

Denn plötzlich ging es gar nicht mehr darum, möglichst viele Bücher zu verkaufen. Sondern darum, sichtbar zu werden. Es schön zu machen. Mich zu zeigen.

Am nächsten Morgen brachte ich die Kleine zu ihrem Freund, wo sie den Tag verbrachte, fuhr danach direkt in die Innenstadt und schleppte die restlichen Sachen zu meinem Stand. Danach parkte ich das Auto, traf mich mit Ela und wir holten uns erstmal einen Kaffee.

Denn ehrlich gesagt:
Alleine hätte ich mich wahrscheinlich nicht an meinen Stand getraut.

Gemeinsam dekorierten wir weiter. Kunstschnee. Kleine Sprüche Sticker. Eine Lichterkette. Dinge, die meine Maus unbedingt noch einpacken wollte, weil „es damit noch schöner aussieht“.

Und dann kamen die ersten Besucher.

Mein Tisch stand direkt am Eingang links. Zuerst hatte ich überlegt, die Veranstalterinnen nach einem anderen Platz zu fragen. Aber irgendwann dachte ich:

Was, wenn genau das der richtige Platz ist?

Und genau das war er.

Ich stellte unseren kleinen Tisch-Weihnachtsbaum auf. Davor Inges Weihnachtsplätzchen. Und genau diese unerwartete Deko mitten an einem sommerlichen Tag zog die Menschen an.

Ela und ich an meinem ersten Buchmessestand auf der Dream DresdenEin kleiner Einblick in meinem Stand auf der Dream Dresden mit Dezembervibes Mein erster Buchstand Dream Dresden

Sie blieben stehen.

Gespräche entstanden. Austausch. Lachen. Und schließlich die ersten Verkäufe.

Innerhalb von nicht einmal zwei Stunden hatte ich die Standmiete wieder drin.

Aber das Schönste waren gar nicht die Verkäufe.

Sondern die Gespräche.

Nicht dieses oberflächliche:
„Und worum geht’s?“

Sondern echte Gespräche.

Über Bücher.
Über das Schreiben.
Wo kommst du her, was machst du so?
Oder auch einfach über das Leben.

Mit Menschen, die zufällig vorbeigelaufen waren und plötzlich geblieben sind.

Und weißt du, was mich am meisten überrascht hat?

Dass ausgerechnet „Der Duft von Marienkäfern“ dort zum Bestseller wurde.

Ein Buch, bei dem ich irgendwann dachte:
Vielleicht ist dieses Thema einfach nicht mehr aktuell und wurde zu oft runtergespielt. Vielleicht wollen Menschen heute nur noch lauter, schneller, dramatischer oder Dark Romance lesen.

Aber stattdessen kamen Leserinnen zu mir und sagten:
„Genau solche Geschichten brauchen wir. Geschichten mit Tiefgang.“

Und ehrlich?
Das hat mir sehr viel bedeutet. Weil es zeigt, das dass was ich schreibe sehr wohl seine Daseinsberechtigung hat und wichtig ist.

Und vielleicht war genau das die größte Erkenntnis dieser Messe:

Dass Geschichten immer noch verbinden.

Dass Menschen fühlen wollen.

Und dass ich mich inzwischen immer mehr traue, sichtbar zu sein mit meinen Büchern.


Ein Tisch steht schließlich auch auf vier Beinen

Einige wissen ja:
Seit Autorenglück weggefallen ist, musste ich mich komplett neu sortieren.

Und ehrlich gesagt war das eine unglaublich schwierige Zeit und das ist es manchmal immer noch.

Weil plötzlich vieles weggebrochen ist, woran ich geglaubt hatte.

Ich wusste nur eines:
Ein einziges Standbein reicht nicht. Immerhin steht ein Tisch auch nicht nur auf einem Bein. Aber ich wusste lange nicht, wie mein neuer Weg aussehen soll.

Und dann passierte etwas, womit ich niemals gerechnet hätte. Ich hatte mich für ein Mentoring interessiert, das ich mir schlicht nicht leisten konnte.

14.000 Euro.

Später gab es noch ein anderes Angebot über 4.000 Euro.

Und trotzdem entschied ich mich irgendwann gegen den Gedanken:
„Das geht sowieso nicht.“

Stattdessen fragte ich mich:
Wie könnte es trotzdem möglich werden? Oder vielleicht sogar noch besser?

Und dann schickte mir meine Freundin Ela plötzlich einen Link.

Ein zehnmonatiges Unternehmerinnen-Mentoring für Frauen aus Sachsen.

Ich bewarb mich ohne große Erwartungen.

Drei Bewerbungsrunden später kam die Zusage.

Und das Verrückte daran?

Es war gefühlt genau das Gegenteil von diesem harten „höher, schneller, weiter“-Businessdenken.

Denn dieses Programm heißt:
Beautiful Business.

Und allein dieser Name löste etwas in mir aus. Es geht darum, ein Business aufzubauen, das wirklich zu einem passt. Ohne Maske. Ohne sich zu verbiegen. Mit allem, was wir als Frauen sind.

Und plötzlich hatte ich das Gefühl:
Genau danach habe ich eigentlich die ganze Zeit gesucht.

Das Programm hat einen Wert von 18.600 Euro und wird von der SAB finanziert. Was für ein Geschenk.

Und manchmal fühlt es sich gerade wirklich so an, als hätte das Leben gesagt:

„Du bekommst nicht einfach nur das, was du wolltest. Du bekommst etwas, das viel besser zu dir passt.“

Beim ersten Workshop in der Villa Gückelsberg traf ich auf über 50 Frauen.

Und als hochsensibler Mensch war das erstmal kompletter Overload.

Zu viele Stimmen.
Zu viele Eindrücke.
Zu viele Menschen.

Früher wäre ich wahrscheinlich wieder gegangen.

Diesmal bin ich geblieben.

Ich bin alleine dort hineingegangen. Habe Gespräche geführt. Mich vorgestellt. Mich gezeigt.

Und vielleicht klingt das für manche klein.

Für mich war es das nicht.

Denn ich glaube, genau dort hat sich etwas verändert.

Die Buchmesse danach?
Pure Leichtigkeit.

Über meine Bücher sprechen?
Leicht.

Darüber sprechen, was ich kann?
Leicht.

Ohne Stottern.
Ohne mich kleinzumachen.
Ohne mich zu verstecken oder ohne mich in endlosen Geschichten zu verlieren.

Weil ich in diesem Moment angefangen habe, zu der Frau zu werden, die ich sein möchte.

Und genau das weiterzugeben an andere Frauen, mit all dem Wissen das ich mir über die Jahre angeeignet habe, ist genau das was ich machen möchte. Ich weiß nur noch nicht wie und in welcher Form. Aber das wird sich zeigen, das weiß ich.

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