Eine Lesung zu veranstalten ist eine großartige Möglichkeit, dein Buch zu präsentieren, deine Leser persönlich zu treffen und neue Fans zu gewinnen. Doch als Selfpublisher ohne Verlag im Rücken kann das eine Herausforderung sein, vor allem finanziell. Aber keine Sorge! Mit den richtigen Tipps kannst du auch ohne großes Budget eine unvergessliche Lesung auf die Beine stellen.
1. Die perfekte Location finden (kostenlos oder günstig!)
Der Veranstaltungsort ist das Herzstück deiner Lesung. Hier ein paar Ideen, wie du eine Location findest, ohne viel Geld auszugeben:
Kooperationen nutzen:
Viele Orte freuen sich über spannende Events, die Kundschaft anziehen. Frag gezielt nach Kooperationen!
- Buchhandlungen: Unabhängige Buchhandlungen sind oft offen für Lesungen, da sie dadurch Besucher gewinnen.
- Cafés & Bars: Viele Inhaber lieben es ihren Gästen besondere Erlebnisse zu bieten. Biete an, dass du für sie Werbung machst und ihre Getränke oder Snacks in den Vordergrund stellst.
- Bibliotheken: Sie sind ideale Orte für Lesungen und haben oft ein Budget für Veranstaltungen. Frag einfach nach!
- Ungewöhnliche Locations: Denk über den Tellerrand hinaus! Friseursalons, Ateliers, Yogastudios oder sogar Co-Working-Spaces können eine tolle Atmosphäre bieten.
Tipp: Überlege, ob dein Buch eine bestimmte Zielgruppe anspricht. Schreibst du zum Beispiel über Natur oder Achtsamkeit? Dann könnte ein nachhaltiges Café oder ein Yogastudio ideal sein.
Als Susy und ich losgezogen sind um unsere eigenen Lesungen auf die Beine zu stellen, fand die erste Lesung im neufneuf Bühnen Bistro in der Dresdner Neustadt statt. Das Bistro hat damals immer mal wieder nach Acts gesucht, die dort auftreten möchten. Wir wollten ein echtes Erlebnis daraus machen und suchten daher eine Sängerin und fanden Dijenna, was einfach wunderbar passte.
Die zweite Lesung fand im Biergarten des Lingnerschlosses statt. Auch dort suchte jemand Acts für sein Programm. Schau dich also einfach auf Social Media und im Internet um, frag Leute, frag in einem Netzwerk, sei Kreativ. So wie wir, als wir eine Location für die dritte Lesung fanden.
Susy kannte eine großartige Frau, nämlich Juliette Beke, die nicht einfach nur einen Friseursalon hatte, sondern einen zero waste Salon in einem wunderschönen Gebäude, das früher mal das Lahmann-Sanatorium war, eine Kur- und Heilstätte im heutigen Dresdner Stadtteil Weißer Hirsch. In diesem wunderschönen Ambiente veranstalteten wir unsere dritte und wie ich finde schönste Lesung. Auch hier begleitete uns wieder Dijenna.
Also, schau dich um in deiner Heimat, in deiner Umgebung! Sei offen und nutze was bereits da ist!
2. Technik & Ausstattung
Stell sicher, dass du alles hast, was du für eine gelungene Lesung brauchst:
- Mikrofon & Lautsprecher (vor allem in größeren Räumen)
- Bequeme Sitzgelegenheiten für Gäste
- Beleuchtung für eine gemütliche Atmosphäre
- Ein Tisch für dein Buch (zum Verkaufen & Signieren)
Falls die Location keine Technik hat, kannst du günstige Mikrofone und Boxen leihen oder Freunde fragen.
3. Verpflegung – ja oder nein?
Verpflegung kann eine Lesung aufwerten, ist aber oft teuer. Hier einige Alternativen:
- Kooperation mit einem Café oder einer Bar: Du bringst die Gäste, sie stellen Getränke bereit – Win-win!
- Sponsoring anfragen: Regionale Unternehmen könnten Snacks oder Getränke bereitstellen, wenn du sie als Partner nennst.
- Selbstgemachte Snacks: Kleine Leckereien wie Kekse oder Muffins lassen sich günstig selbst machen und kommen immer gut an.
4. Gäste einladen & Werbung machen
Ohne Publikum keine Lesung! Hier einige Tipps, um die richtigen Leute zu erreichen:
- Social Media: Nutze Instagram, Facebook & Co. – poste regelmäßig Updates, Behind-the-Scenes-Einblicke und lade aktiv ein.
- Newsletter: Falls du eine E-Mail-Liste hast, informiere deine Leser direkt.
- Pressearbeit: Schreib lokale Zeitungen oder Blogs an – viele sind interessiert an Kulturveranstaltungen!
- Kooperation mit der Location: Viele Locations haben ihre eigenen Kanäle, über die sie deine Veranstaltung bewerben können.
Tipp: Erstelle ein ansprechendes Event-Poster oder eine digitale Einladung, die geteilt werden kann. Auch Flyer sind kostengünstig, da könntest du dann in der Umgebung wo die Lesung stattfindet fragen ob du sie auslegen kannst.
5. Der Ablauf der Lesung
Ein guter Ablauf sorgt für eine angenehme Atmosphäre und hält das Publikum bei der Stange:
- Begrüßung: Stelle dich und dein Buch kurz vor.
- Lesung: Lies spannende Stellen aus deinem Buch vor, am besten mit Cliffhangern! Lies nicht nur vor, sondern erzähle Insides (wie ist zum Beispiel eine bestimmte Szene entstanden oder warum fiel sie dir schwer zu schreiben…)
- Q&A-Runde: Lass das Publikum Fragen stellen.
- Signierstunde & Buchverkauf: Halte genügend Bücher bereit und biete eine persönliche Widmung an.
Tipp: Eine musikalische Untermalung oder eine kleine interaktive Aktion (z. B. ein Quiz zum Buch) machen deine Lesung noch spannender. Wenn du dich traust, versuche die Lesung lebendig zu machen in dem du die Zuhörer mit einbeziehst.
6. Nach der Lesung – dranbleiben!
- Bedanke dich bei der Location und Gästen (z. B. mit einem Social-Media-Post).
- Bitte um Feedback – was fanden die Gäste gut, was könnte besser laufen?
- Nutze die Gelegenheit, Fotos & Videos von der Lesung zu posten und deine nächste Lesung zu bewerben!
Fazit: Lesungen sind auch als Selfpublisher möglich!
Mit Kreativität und ein wenig Verhandlungsgeschick kannst du eine tolle Lesung auf die Beine stellen – auch ohne großes Budget. Nutze Kooperationen, sei mutig bei der Location-Suche und vergiss nicht, die Veranstaltung gut zu bewerben.
Viel Erfolg bei deiner ersten (oder nächsten) eigenen Lesung! 😊📖✨