Wenn zwei Monate plötzlich wie zwei Wochen wirken
Es fühlt sich an, als hätte ich nur einmal geblinzelt – und schwupps, sind fast zwei Monate seit meinem letzten persönlichen Blogbeitrag vergangen. Dabei sind es gerade diese Einträge, die mir am meisten Spaß machen. Nicht nur das Erfinden von Romanwelten, sondern dieses direkte, ehrliche Schreiben. Gedanken auf Papier bringen, sie loslassen – und gleichzeitig für immer festhalten.
Und diese letzten Wochen hatten es in sich. Mal wieder.
Achterbahnfahrt Selbstständigkeit
Ich glaube, Selbstständigkeit ist wie eine riesige Achterbahn, bei der du nie genau weißt, ob die nächste Kurve rasant nach unten oder überraschend hoch hinaus führt. Anfang Juli habe ich eine dieser spontanen Entscheidungen getroffen: Noch ein Kurs. Thema: Branding.
Schon ewig wünsche ich mir, meine Außendarstellung klarer zu machen. Aber jetzt, wo ich tiefer eintauche, merke ich: Ich habe längst ein Branding – nur eben eins, das sich mit mir verändert hat. Mein Blog, mein Instagramkanal – beide seit 2016 mein persönlicher Spielplatz. Mal kreativ-chaotisch, mal geordnet, immer irgendwie „ich“.
Der Kurs soll mir helfen, das alles noch gezielter zu gestalten. Ob er hält, was er verspricht? Dazu gibt’s bald einen eigenen Beitrag.
Eine Lektion, die mich wachgerüttelt hat
Nebenbei habe ich wieder für andere Auftraggeber gearbeitet. Alles lief gut – bis einer meine letzte Rechnung nicht zahlen konnte. Zusammenarbeit beendet, Lektion gelernt.
Denn da war sie wieder, diese Abhängigkeit. Ich hatte meine Zeit gegen Geld getauscht – und wenn das Geld nicht kommt, ist die Zeit weg. Genau deswegen will ich etwas aufbauen, das funktioniert, auch wenn ich nicht am Schreibtisch sitze.
Mein Herzensthema ist zurück
In diesem Prozess ist mir etwas klar geworden: Ich habe meine Stimme wiedergefunden.
Mein Herzensthema.
Die Hochsensibilität.
Nach meinem Ratgeber dazu hatte ich mich zurückgezogen – aus Angst, wieder als „zu sensibel“ abgestempelt zu werden. Dabei habe ich völlig vergessen, dass genau das meine Superkraft ist. Man kann beides sein: Powerfrau und hochsensibel.
Diese Wahrnehmung ist so wertvoll. Das habe ich auch in der Aurachirurgie erlebt. Darüber werde ich definitiv nochmal schreiben – denn das Thema kribbelt wieder in meinen Fingern.
Vom „Lost“-Gefühl zur Klarheit
Vor ein paar Tagen war das noch anders. Da saß ich hier, fühlte mich komplett verloren. Kein Plan, keine Antworten, null Entscheidungsfreude.
Und dann – habe ich einfach akzeptiert, dass es gerade so ist. Am nächsten Morgen war da plötzlich Klarheit. Nicht perfekt, nicht vollständig, aber deutlich genug, um zu spüren: Ich bin auf dem richtigen Weg.
Ich bin nicht mehr die Frau, die ich mal war. Nicht mehr verletzt, klein, schwach. Ich habe mich Stück für Stück aus diesem Loch herausgearbeitet.
Und das Beste? Mich hat letztens nicht mal mehr diese Achterbahn aus der Ruhe gebracht – weißt du, diese mit den frei baumelnden Beinen.
Wie ein Film tausende Gefühle in mir ausgelöst hat
Und dann war da dieser Film: KPop Demon Hunters. Ein animierter Musical-Fantasyfilm auf Netflix. Vielleicht kennst du ihn: Die Girlgroup Huntr/X kämpft nicht nur mit Songs, sondern als Dämonenjägerinnen gegen innere und äußere Dämonen.
Dieser Film hat in mir etwas zum Schwingen gebracht. Das Verstecken, das nicht man selbst sein dürfen, diese Maske – das kenne ich. Rumi, Mira und Zoey sind Pop-Stars. Aber sie kämpfen. Sie verstecken Teile ihrer Identität. Sie haben Scham, Unsicherheit – aber sie singen und sind stark. Musik wird zur Schutzmauer, zur Befreiung.
Die Farben, der Sound, diese visuelle Energie – das alles hallt nach in mir. Und dieser Wunsch: Frei sein. Mein wahres Selbst. Keine Maske. Genau da stehe ich gerade. Ich will meine Wahrheit schreiben. Ich will zeigen, dass man sichtbar sein darf – auch wenn man verletzlich ist, sensibel und manchmal auch unsicher.
Schreiben – aber ohne Druck
Ja, ich will weiterhin Bücher schreiben und veröffentlichen. Aber ich will es nicht mehr aus Zwang tun.
Meine geplante Buchreihe wird bei Amazon erscheinen – ohne Deadlines, ohne diesen Perfektionismus, der mich bremst. Die Geschichten dürfen fließen, wenn sie wollen.
Ich will das Schreiben wieder so nutzen, wie ich es angefangen habe: um Dinge zu verarbeiten, um mich auszudrücken – nicht als alleinige Existenzgrundlage.
Selbstständigkeit leben – nicht nur arbeiten
Am Ende will ich die Selbstständigkeit so leben, wie sie gedacht ist. Nicht, um täglich stundenlang am Schreibtisch zu kleben, sondern um mein Leben aktiv zu gestalten. Auf meine Impulse hören. Sie wahrnehmen. Und dann die nötigen Schritte gehen.
Denn genau so entsteht das, was wir am Ende alle wollen: ein Leben, das wirklich unseres ist.