Am Anfang dachte ich, dass sich bis auf den Namen eigentlich nichts geändert hat. Und das ist ja im Prinzip auch so. Wir mussten viel neu beantragen, Ausweis, Führerschein und alle möglichen Ämter über die Änderung informieren. Aber jetzt, nach über einem halben Jahr merke ich doch etwas.

Ich habe mich verändert, unbewusst. Von Anfang an habe ich den Namen mit Stolz angenommen und meine Augen leuchten wenn man mich anspricht. Ich bin selbstbewusster geworden. Der Name war für mich wie eine neue Chance. Ich konnte neu anfangen. Völliger Quatsch werdet ihr denken, aber es ist so. Von meinem Geburtsnamen habe ich seit meiner Kindheit nur schlechte Erinnerungen und die haben mich mein Leben lang begleitet. Auch wenn andere Menschen davon nichts wussten, hab ich mich gefühlt als würde es auf meiner Haut geschrieben stehen, als wüssten es alle. Weil ich selbst mit dem Namen nur negatives verbunden habe, konnte ich ihn auch nie richtig akzeptieren.

Seit dem ich meinen Mann kennengelernt habe, hat sich einiges geändert. Er hat mich verändert. Und egal wie weh manche Erfahrung auch getan hat sie hat aus mir das gemacht, was ich jetzt bin.

Seit wir geheiratet haben bin ich glücklich. Ich habe angefangen zu bloggen und auch sonst fühlt sich alles was ich mache gut an. Es ist als wäre ich ein neuer Mensch. Seit dem ich richtig zu dieser Familie gehöre bin ich groß, stark und habe das Gefühl alles erreichen zu können. Ich bin wohl irgendwie ein bisschen mehr erwachsen geworden. Und ich habe es nicht mal bemerkt.

Wir beide sind gereift. Wir treffen Entscheidungen nachdem wir alles Mögliche durchdacht haben und wir schauen in die Zukunft. Wir sind ein gutes Team, nach wie vor.

Am Anfang- war die Angst

Bevor ich gefragt habe ob er mich heiraten will, ist viel Zeit vergangen. Zeit in der ich gezweifelt habe. Ich hatte Angst. Um uns herum gab es so viele Freunde und Bekannte die eine jahrelange Beziehung hatten und dann, nach der Hochzeit plötzlich Boooom- aus- alles in Scherben. Ich dachte über alles mögliche nach. Wollte wissen woran es gelegen hat. Würde es bei uns auch so kommen?

Bei den meisten war die Beziehung schon vor der Hochzeit zum Scheitern verurteilt, dass wussten sie nur noch nicht. Das heißt, egal ob heiraten oder nicht, wenn unsere Beziehung irgendwann am Ende sein sollte, dann nicht aufgrund der Hochzeit.

Mit der Erkenntnis habe ich dann meinen ganzen Mut zusammengenommen und mit zwei Freunden die Überraschung geplant.

Und wir hatten uns versprochen, egal wann, wenn einer Zweifel hat dann soll er es sagen. Denn das Schlimmste was man machen kann ist schweigen, Unglücklich sein und nichts sagen.

Die Hochzeit hat mich verändert

Und nun, nun habe ich das Gefühl zu einer reichen Familie zu gehören – reich an Erfahrungen, Wissen und Liebe. Und plötzlich habe ich das Gefühl kein kleines dummes Mädchen mehr zu sein. Sondern eine kluge Erwachsene Frau.

Es war nie komisch, wenn ich mit meinem neuen Namen – mit meinem neuen Ich – aufgerufen wurde. Im Gegenteil, jedes Mal muss ich grinsen. Ich denke eher, dass es für meinen Mann etwas merkwürdig ist und er eher damit zu tun hatte sich daran zu gewöhnen. Da nun nicht mehr nur er mit dem Namen gemeint ist und angesprochen wird.

Und nun

Nun kann ich endlich ich sein, mit allem was ich bin. Ich kann mich entfalten und weiterentwickeln und alles aus mir machen was ich möchte. Es ist, als hätte man die Ketten gesprengt. Als hätte jemand die Schlüssel zu meinem Schloss gefunden, mit dem ich mich hinter hohen Mauern verkrochen und eingeschlossen hatte. Ich habe neu angefangen und alles hinter mir gelassen. In dem Moment als ich JA gesagt habe, hab ich das Buch abgeschlossen. Nicht nur ein Kapitel, sondern ein ganzes Buch. Und nun hat ein neues Abenteuer begonnen, ein neuer Roman. Mit dir an meiner Seite. Und auch wenn wir vor der Standesbeamtin nicht geschworen haben, bis das der Tod uns scheidet, so habe ich es doch für mich in dem Moment versprochen. Denn seit dem wir uns kennengelernt haben, hat uns immer etwas verbunden. Und auch wenn wir irgendwann doch einmal getrennte Wege gehen sollten, werde ich mich dir immer verbunden fühlen.

Seit ich denken kann, wollte ich immer ein Buch schreiben, dabei mache ich das doch schon die ganze Zeit. Jeder von uns. Kapitel für Kapitel, Zeile für Zeile. Und das jeden Tag aufs Neue. Jeder hat seine eigene Geschichte in seinem eigenen Buch.

Also schreibt und seid dabei ihr selbst, die Zeit ist zu kurz um jemand anderes zu sein!

Gab es in eurem Leben auch etwas, dass euch verändert hat? Was war es? Seid ihr glücklich? Ich hoffe es sehr. Schreibt eure Gedanken gern in einen Kommentar.